Japanisches Ordnungssystem

Ordnung ist Grundlage eines kontinuierlichen Verbesserungs-Prozesses. Bei Prinovis Ahrensburg sind Ordnung und Sauberkeit nicht nur Programm, sondern werden konsequent verfolgt und optimiert. Klingt auf den ersten Blick nicht weiter spannend, doch dahinter verbirgt sich ein Japanisches Ordnungssystem.

Zumindest jeder Mitarbeiter in Ahrensburg kennt ihn: den Leitfaden 5A. Dahinter verbergen sich fünf Begriffe – Aussortieren, Aufräumen, Arbeitsplatz sauber halten, Alles zur Regel machen und Alles ständig verbessern. Klingt einfach, ist es aber nicht immer. Wer hat schon beständig Zeit und Muße, den Arbeitsplatz im Auge zu behalten, Unterlagen oder Material zu ordnen und Überflüssiges zu entsorgen. Die Quittung hierfür folgt indes immer – früher oder später. 5A wurde in Ahrensburg übrigens bereits im Jahre 2001 etabliert.

Was genau verbirgt sich nun dahinter? Vereinfacht gesagt, lassen sich die 5A auf die einfache Formel bringen: Sauberkeit und Ordnung gleich Sicherheit. An den Maschinen und Anlagen in der Tiefdruckerei Ahrensburg hilft das 5A-Konzept, dass alles richtig rund läuft. Die Organisation des Arbeitsplatzes nach den 5APrinzipien sorgt dafür, dass Werkzeuge auch tatsächlich da sind, wo man sie benötigt, Arbeitsprozesse sind genau beschrieben und ganz nebenbei trägt mehr Ordnung an den Maschinen und Anlagen dazu bei, dass die Arbeitssicherheit auf hohem Niveau erhalten bleibt. Peter Kapalla, Leiter Elektrotechnik und zentraler Koordinator für das 5A-Instrument, erklärt die 5A-Systematik so: »Jeder Mitarbeiter ist der absolute Fachmann an seinem Arbeitsplatz. Er weiß, welche Werkzeuge und Unterlagen er wann und zu welchem Zweck braucht. Außerdem kennt er die Arbeitsabläufe an seinem Arbeitsplatz aus dem Effeff.« Das machen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei 5A zunutze. Gemeinsam wird aussortiert, was mehrfach vorhanden ist oder nicht mehr benötigt wird. Und an den Abläufen lässt sich so manches auch noch vereinfachen oder vereinheitlichen. Die erreichten Erfolge werden durch regelmäßige standardisierte Checks in den Bereichen gesichert. Dabei wird der 5AStatus durch einen abteilungsfremden  alles an seinem Platz ist und die Abläufe klar sind, geht die Arbeit schneller und besser von der Hand.

Die aktuelle Entwicklung kommentiert Peter Kapalla so: »Im Jahre 2007 sind wir mit 5A wieder richtig durchgestartet. Wir haben uns vor allem auf die Technik- und Produktionsbereiche konzentriert und mit einer ganzen Menge Maßnahmen die Bereiche 5A-mäßig gestaltet. Für die Nachhaltigkeit unserer Bemühungen sorgt ein ausgeklügeltes Checksystem, mit dem wir die Umsetzung der 5A-Maßnahmen in den Bereichen regelmäßig überprüfen. Dabei kann es auch sein, dass wir neue Checkbereiche etablieren, weil wir bei Begehungen einen neuen Handlungsbedarf in den Bereichen erkennen.«

In über dreißig 5A-Aktionen in den Produktions- und Technikbereichen in Ahrensburg 2007 konnten signifikante quantitative sowie qualitative Nutzenpotenziale gehoben werden. Dabei war es besonders wichtig, die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter auf kritische Schwachstellen in Organisation und Ordnung zu erhöhen. Über folgende Beispiele für Verbesserungen ist zu berichten:

  • In den Elektroschalträumen haben sich in den vergangenen Jahren ein Reihe von alten nicht mehr benötigten Elektrobauteilen angesammelt. Im Rahmen einer 5A-Aktion wurden diese aussortiert, nicht mehr benötigte Teile entsorgt und in jedem Schaltraum eine gleichmäßige Grundordnung hergestellt.
  • In den Technikzentralen (zum Beispiel Klimatechnik) ist durch die durchdachte Anordnung der technischen Anlagen sowie durch eine durchgängige Kennzeichnung von Schaltelementen und Ventilen ein 5A-konformer Standard garantiert. Diese Bereiche erhalten bei 5A-Checks mittlerweile eine Bewertung von 100 Prozent.
  • In Bereichen Zylinderherstellung, Druck und Weiterverarbeitung garantieren die regelmäßigen 5A-Aktionen eine nachhaltige Verbesserung der Ablage von Werkzeugen und Arbeitsmitteln. Durch die Besetzung der Maschinen und Anlagen im Schichtdienst ist hier eine besondere Nachhaltigkeit erforderlich. Die 5A-Methode garantiert, dass auch nach dem Schichtwechsel jeder Mitarbeiter die Dinge dort vorfindet, wo er sie erwartet.

»Das sieht ja hier 5A-mäßig aus!« ist mittlerweile ein geflügeltes Wort in Ahrensburg. Dank der guten Mitarbeit aller Beteiligten wurden in Ahrensburg in den vergangenen Jahren Arbeitsorganisation, Sauberkeit und Ordnung in einem hohen Maße verbessert. Um die Nachhaltigkeit des Erreichten zu sichern, ist es jedoch notwendig, weiter am Ball zu bleiben, damit es auch in Zukunft 5A-mäßig aussieht.

(03.04.2008)

Hüter der Ordnung. Peter Kapalla und Michael Labusch achten auf Einhaltung der Regeln.